Workshops
Workshops und Seminare „Der Tod in Venedig“
zur Ausstellung im Buddenbrookhaus, 03. Feburar bis 28. Mai 2012
1. Szenenworkshop
„Doppelleben“
In kleinen Szenen wollen wir ausloten, wie man in ein Doppelleben hineingerät und was es mit einem macht.
Konzeption und Leitung: Karoline Göbel (Theaterpädagogin) und Ursula Häckermann (Pädagogische Referentin im Buddenbrookhaus)
Dauer: 1,5 – 2 Std.
Kosten: 75€ pro Gruppe (zzgl. 2,50€ Eintritt pro Schüler)
2. Themenseminar
Bewusstmachung des Unbewussten
Welche Motive und Techniken hat Thomas Mann für seine Novelle Der Tod in Venedig bei der Psychoanalyse abgeschaut und ausgeborgt? Ein Seminar.
Dauer: 1 Std.
Kosten: 40€ pro Gruppe (zzgl. 2,50€ Eintritt pro Schüler)
3. Filmseminar
Luchino Viscontis „La morte a Venezia“ – mehr als eine Literaturverfilmung
In einem Filmseminar untersuchen wir Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Film und Novelle.
Dauer: 1 – 1,5 Std.
Kosten: 40€ pro Gruppe (zzgl. 2,50€ Eintritt pro Schüler)
4. Schreibwerkstatt
Lernen & Schreiben – Schreiben lernen
Wie Thomas Mann in der Novelle Der Tod in Venedig literarische Techniken (Leitmotivtechnik, Rolle des Ortes, Satzbau, Ironie, etc.) anwendet, ist beeindruckend. Hieraus lässt sich viel für eigenes Schreiben lernen. In einer Schreibwerkstatt wollen wir nicht kopieren, sondern ausprobieren.
Dauer: 2 Std.
Kosten: 80€ pro Gruppe (zzgl. 2,50€ Eintritt pro Schüler)
Workshop „Mario und der Zauberer“
zur Ausstellung im Buddenbrookhaus, 19. März bis 20. Juni 2010
Machtspiele
Man geht in eine Abendveranstaltung, um sich unterhalten zu lassen – und plötzlich ist man mittendrin, Teil des Spiels – von dem man zu Beginn gar nicht begreift, dass es keines ist.
Wo hört der freie Wille auf, wer steuert, wer lässt sich steuern, und welche Mechanismen greifen da? Wieso komme ich nicht dagegen an? Wie frei bin ich eigentlich?
„Die Freiheit existiert, und auch der Wille existiert; aber die Willensfreiheit existiert nicht, denn ein Wille, der sich auf seine Freiheit richtet, stößt ins Leere“ – dies lässt Thomas Mann seine Figur Cipolla, den charismatischen Zauberer, sagen, der sein Publikum gleichermaßen anzieht und es im selben Moment abstößt, der auf jeden Fall aber alle in seinen Bann zieht und mit ihrem Willen spielt.
Wir wehren uns dagegen wie der Herr, der beim Kartenversuch darauf besteht, die Karte zu ziehen, die er ziehen will – und wir leiden mit ihm, wenn Cipolla ihn vorführt.
Was mit uns passiert, wenn wir gesteuert, manipuliert, verführt werden, wenn wir in den Bann eines anderen Menschen geraten, das wollen wir in einem Workshop versuchen zu erfahren und zu erkennen.
Grundlage hierfür ist die Beschreibung solcher Vorgänge in der Novelle „Mario und der Zauberer“, aber auch Alltagserfahrungen der Schüler werden hinzugezogen.
Wir analysieren und inszenieren, wo, wie, wann VerFührung stattfindet, wo wir die Cipollas mit ihrer Aura erleben, wann wir zum Voyeur werden. Aber wir suchen auch nach Auswegen.
In spielerischen körperlichen Übungen und kleinen theatralen Szenen werden Situationen geschaffen, die Gelegenheit geben, die Wirkung auf sich selbst zu erfahren.
Anschließend werden die Erfahrungen umgesetzt. Dies geschieht auf kognitive oder auch kreative Weise, so dass niemand mit unverarbeiteten Eindrücken einfach nach Hause geht.
Dies ist kein psychotherapeutisches Angebot, das Ziel sind vielmehr Einblicke in Psyche und Verhaltensmuster, die unseren Alltag bestimmen.
Die Workshops werden von Karoline Göbel (Kunst-, Medien- und Theaterpädagogin) und Ursula Häckermann (pädagogische Referentin Buddenbrookhaus) geleitet.
Kosten
Workshop, betreut durch zwei Referentinnen, 1,5 Std. 75 Euro pro Gruppe
Führung durch die Ausstellung, 1 Std. 40 Euro pro Gruppe
Kurzführung Schlaglichter durch die Ausstellung, 30 Min. 25 Euro pro Gruppe
Workshop plus Kurzführung (vorher, nachher, ggf. mit Pause), 2 Std. 90 Euro pro Gruppe
Jeweils zzgl. 2,50 Euro Eintritt pro Schüler
Weitere Workshops
Szenische Interpretation
Romanfiguren des Romans „Buddenbrooks" werden in szenischen Darstellungen zum Leben erweckt, somit wird Weltliteratur am authentischen Ort erlebbar.
Oft fällt es Schülern schwer, sich in die Motive und Handlungen der Figuren hinein zu versetzen, z. B. Bendix Grünlichs Art der Eheanbahnung mit Tony Buddenbrook während die Familie beim Frühstück beisammen sitzt. Diese Distanz lässt sich im szenischen Spiel gut überbrücken. Das „Landschaftszimmer" und das „Götterzimmer" sind zentrale Schauplätze des Romans und bieten deshalb Raum für intensive Auseinandersetzungen mit Szenen der „Buddenbrooks" und anderer Werke Thomas und Heinrich Manns.
Lernen an Stationen
Die Familie Mann in Wort, Bild und Ton - das bietet die Dauerausstellung zu den Manns. Daneben finden Sie im Buddenbrookhaus Materialien, die Sie in der Schule mit viel Mühe zusammentragen müssten. So lässt sich Stationenlernen in anregender Umgebung praktizieren. Stationen, die die „Buddenbrooks" -Ausstellung z.B. bietet: Entstehung des Romans, Vergleiche mit Werken, die Thomas Mann beeinflussten, Vorbilder für Romanfiguren, vorbereitendes Material in Form von Notizzetteln, Romanorte, Kurzbiographien der Figuren, Wirkung des Romans, wirtschaftliches Aspekte, Übersetzungen, Argumentation für den Nobelpreis, Verfilmungen.
Schreibwerkstatt
Wie wäre es, nach einem Besuch der Dauer- oder Sonderausstellung bzw. der Teilnahme an einem literarischen Spaziergang auf den Spuren von Thomas Mann die neu gewonnenen Eindrücke möglicht schnell umzusetzen und zu festigen?
Im historischen Gewölbekeller lässt sich der beim kreativen Schreiben so wichtige „Spontanfaktor" ausnutzen - die Umgebung wirkt anregend und die Impressionen gehen nicht verloren. Die „Schreibwerkstatt" kann natürlich auch mit eigener Vorbereitung besucht werden.
Arbeit im Medienverbund
Das Archiv der Samuel Fischer-Bibliothek im Buddenbrookhaus verfügt über Film- und Audiomaterial, mit dem sich experimentellere Formen der Interpretation realisieren lassen. Zum Beispiel eine Hördokumentation zum Thema „Schriftsteller im Exil" mit Aussagen Thomas und Klaus Manns in Form einer Collage oder ein Vergleich der unterschiedlichen „Buddenbrooks"-Filme mit anschließender Inszenierung einer eigenen Videosequenz, gedreht in den Schauräumen der „Buddenbrooks"-Ausstellung.
Referate vor Ort
In der Schule erarbeitet, aber nicht präsentiert im grauen Klassenzimmer, sondern am Ort des Geschehens: Was kann spannender sein, als Referate am Schauplatz selbst zu halten? Das Buddenbrookhaus ist anregend, hat etwas Authentisches, lässt sich mitsamt seiner Ausstattung in den Vortag mit einbeziehen, und man kann einen Standortwechsel je nach Themenschwerpunkt vornehmen.
Zum Tee bei Thomas Mann
Wie wär´s mit einer Teestunde bei Thomas Mann? Thomas Mann, bekannt als leidenschaftlicher Teetrinker, kann natürlich nicht persönlich den Tee einschenken, aber ein Experte unseres Hauses wird sich gern mit den Schülern auf Fragen zur Literatur und den Hintergründen einlassen. Das Thema sollte sich aus dem Unterricht ergeben, sodass die Schüler schon über ein Grundwissen verfügen. Wir freuen uns auf anregende Gespräche!
Vorlesen in der Beletage
Wie verführt man Schüler zum Lesen?
Indem man eine angenehme Atmosphäre schafft und somit das Lesen und Vorlesen zum Erlebnis macht. Das „Landschaftszimmer" und das „Götterzimmer" bieten ein literarisches Erlebnis der besonderen Art.
Die Buddenbrooks-Verfilmungen
„Warum nicht", notierte Thomas Mann in sein Tagebuch im März 1919, als der erste Plan zur Verfilmung der „Buddenbrooks" auftauchte. Vier Verfilmungen des Romans sind seitdem entstanden, zuletzt kam die Version von Heinrich Breloer in die Kinos. Die Filmadaptionen sind auch Thema der Dauerausstellung "Buddenbrooks - ein Jahrhundertroman".
Wir setzen uns mit den Schülern zum Thema "Literaturverfilmungen" auseinander.









