DEBATTE UM SIMON STRAUSS

 

Seit einigen Wochen wird in den deutschen Feuilletons eine Debatte um den Schriftsteller und FAZ-Redakteur Simon Strauß geführt, ausgelöst durch einen Artikel von Alem Grabovac in der „Tageszeitung“. Es geht um die Frage, ob Strauß „im Gewand der Romantik Pamphlete für die Neue Rechte schreibt“ (Grabovac). Grabovac und andere Kritiker nehmen einzelne Metaphern aus Strauß‘ Roman „Sieben Nächte“ aus ihrem Kontext, um sie bewusst einseitig zu interpretieren. Relativierungen werden ignoriert, der Autor mit dem Protagonisten gleichgesetzt, das ‚Romantische‘ als grundsätzlich rechts verurteilt. Von einer sachlichen Analyse sind die Ankläger weit entfernt. Seither gab es etliche Reaktionen auf die Vorwürfe. Eine Zusammenfassung der wichtigsten Äußerungen ist zu finden unter: http://www.deutschlandfunkkultur.de/streit-um-simon-strauss…

Simon Strauß erhielt im Dezember 2017 für seinen Debütroman „Sieben Nächte“ den Debütpreis des Buddenbrookhauses. Jürgen Feldhoff, Kulturredakteur und Mitglied der Debütpreis-Jury, hat in den „Lübecker Nachrichten“ eine „Verteidigung des Autoren“ Strauß veröffentlicht. Das Buddenbrookhaus begrüßt diese Stellungnahme ausdrücklich und distanziert sich von allen Äußerungen, die versuchen, Simon Strauß als Sprachrohr der „Neuen Rechten“ zu verunglimpfen. „Simon Strauß“, schreibt Feldhoff zu Recht, „ist alles andere als ein geistiger Wegbereiter rechten Denkens und schon gar nicht die intellektuelle Speerspitze der AfD.“ Dieser Aussage stimme ich uneingeschränkt zu.

Dr. Birte Lipinski (Museumsleiterin Buddenbrookhaus)