Mehr Literatur, mehr Manns, mehr Inhalt

Das Buddenbrookhaus ist der Familie Mann und ihrem literarischen Werk gewidmet, insbesondere Thomas Manns "Buddenbrooks", dem das Haus als Handlungsort des Romans seinen Namen verdankt.

Die berühmte Schriftstellerfamilie Mann gilt weltweit als Repräsentatin eines anderen, eines 'besseren' Deutschlands. In ihrem Leben wird die deutsche Geschichte des 20. Jahrhunderts wie unter dem Mikroskop sichtbar, zugleich zählt ihr literarisches Vermächtnis zu der einflussreichsten Literatur der literarischen Moderne.

"Vom Elternhaus zur Menschheit" - diese Worte Heinrich Manns geben der Dauerausstellung im NEUEN Buddenbrookhaus die Richtung vor. Das Besondere der Familie besteht gerade in ihrer Welthaltigkeit, die ihrerseits stark durch die Lübecker Herkunft der Manns geprägt ist. "Ohne Geburtsstätte kein Weltbürgertum", formuliert es Heinrich Mann an anderer Stelle. Das NEUE Buddenbrookhaus wird von Lübeck in seiner ganzen Spannung erzählen, von seiner Provinzialität und gleichzeitigen Internationalität, von Lübeck als Geburtsstätte der weltbürgerlichen Familie Mann. Literarisch bilden Thomas Manns "Buddenbrooks" und Heinrich Manns "Professor Unrat" den Auftakt der neuen Dauerausstellung. Sie stehen am Anfang eines Jahrhunderts epochaler Umbrüche, das die Familie Mann zu transnationalen Akteuren und weltweit bekannten Zeugen ihrer Zeit werden lässt. Das Weltbürgertum der Manns ist nicht allein der hanseatischen Herkunft und dem globalen Erfolg geschuldet, sondern auch das Ergebnis ihrer Emigration. Nahezu zwangsläufig gelangt die Familie Mann auf der Flucht vor dem Nationalsozialismus - zunächst ins europäische Ausland, dann in die USA - zu einer globalen Perspektive. Namentlich die Lebensläufe der Kinder Thomas Manns, Erika, Klaus, Golo, Monika, Elisabeth und Michael Mann, werden durch diese Weltläufigkeit, die auch eine Entwurzelung ist, geprägt.

Die Ausstellung im NEUEN Buddenbrookhaus folgt der Familie Mann von Lübeck in die Welt. Für das Narrativ ist die Trias Biographie - Zeitgeschichte - Literatur Struktur gebend. In ca. 10 Stationen zeigt die Ausstellung das Leben der Familie Mann von der Geburt Heinrich Manns 1871 bis in die Gegenwart. In den Stationen, die bestimmten Themen zugeordnet sind, sind es die Manns selbst, die ihre Geschichte erzählen. Schlüsselexponate haben die Funktion, das jeweilige Ausstellungsnarrativ in den einzelnen Stationen zu entfalten bzw. in die jeweilige biographisch-historische Station einzuführen. Diesen Stationen sind wiederum sog. Literaturinseln zugeordnet, die einzelnen literarischen Texten der Familie Mann gewidmet sind und sich durch eine eigene Designsprache hervortun.

 

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