Die LÜBECKER MUSEEN haben wieder geöffnet

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Hanno, der letzte Buddenbrook

Auf dieser Seite erfährst du mehr über Hanno Buddenbrook. Er ist ein ängstliches Kind und kann den Anforderungen seines Vaters als Kaufmannssohn nicht gerecht werden. Er verstirbt schon als Jugendlicher. 

Justus Johann Kaspar Buddenbrook (genannt Hanno)

Hanno ist der letzte Erbe der Buddenbrooks. Seit seiner Geburt hat er gesundheitliche Probleme, besonders mit seinen Zähnen. Zudem plagen ihn Alpträume und Ängste vor der Schule sowie dem Vater, dem er nicht gerecht werden kann. Hanno interessiert sich nicht für den Kaufmannsberuf, sondern für das Theater und die Musik. Zu Weihnachten bekommt er ein Puppentheater und ein Harmonium geschenkt, was ihm große Freude bereitet. In der Schule steht ihm lediglich sein engster Freund, Kai Graf Mölln, bei, der wie Hanno ein Außenseiter ist. Hanno genießt seine Schulferien, die er in Travemünde am Meer verbringen darf und die ihn von der Versetzungsangst ablenken. Er ist erst fünfzehn Jahre alt, als sein Vater stirbt und lebt danach allein mit seiner Mutter Gerda. Die Zukunft macht Hanno Angst und er glaubt nicht recht, dass sie viel für ihn bereithält – das soll sich bewahrheiten, wenig später verstirbt er an Typhus.

 

- Kleine unregelmäßige gelbe Zähne wie sein Vater

- Ernsthafter und ängstlicher Gesichtsausdruck, weint oft und schnell, introvertiert

- Zahnprobleme, scheuert oft die Zunge am Backenzahn

- Zartes Aussehen, kränklich, zerbrechlich, wirkt auf andere schwächlich, ängstlich

- Demütige, buckelnde, zusammengesackte Körperhaltung

Eigenschaften

,,Man sollte mich nur aufgeben. Ich wäre so dankbar dafür! … Ich habe so vielerlei Sorgen, und Alles fällt mir so schwer." (Buddenbrooks, 2013, S.820)

,,Das Kind – so viel weiß ich schon – neigt dazu, Alle Dinge mit zu eindringlichen  Augen anzusehen und sich Alles zu sehr zu Herzen zu nehmen … Das muß an ihm zehren, glaube mir." (Buddenbrooks, 2013, S.510)

Zitate
Der Doppelstrich

Hanno ist das letzte und schwächste männliche Mitglied der Buddenbrooks. Er stirbt früh an Typhus und zeigt während seiner Krankheit trotz seines jungen Alters keinen Lebenswillen. In seltsamer Vorahnung zieht er instinktiv einen Schlussstrich unter seinem Namen in der Familienchronik.

Foto: © Olaf Malzahn

,,Das Buch war an jener Stelle aufgeschlagen, wo, in den Handschriften mehrerer seiner Vorfahren und zuletzt in der seines Vaters, der ganze Stammbaum der Buddenbrooks mit Klammern und Rubriken in übersichtlichen Daten geordnet war. Mit einem Bein auf dem Schreibsessel knieend, das weich gewellte hellbraune Haar in die flache Hand gestützt, musterte Hanno das Manuskript, ein wenig von der Seite, mit dem matt-kritischen und ein bißchen verächtlichen Ernste einer vollkommenen Gleichgültigkeit und ließ seine freie Hand mit Mamas Federhalter spielen, der halb aus Gold und halb aus Ebenholz bestand. Seine Augen wanderten über all diese männlichen und weiblichen Namen hin, die hier unter- und nebeneinander standen, zum Teile in altmodisch verschnörkelter Schrift mit weit ausladenden Schleifen, in gelblich verblaßter oder stark aufgetragener schwarzer Tinte, an der Reste von Goldstreusand klebten . . . Er las auch, ganz zuletzt, in Papas winziger, geschwind über das Papier eilender Schrift, unter denen seiner Eltern, seinen eigenen Namen – Justus, Johann, Kaspar, geb. d. 15. April 1861 – was ihm einigen Spaß machte, richtete sich dann ein wenig auf, nahm mit nachlässigen Bewegungen Lineal und Feder zur Hand, legte das Lineal unter seinen Namen, ließ seine Augen noch einmal über das ganze genealogische Gewimmel hingleiten: und hierauf, mit stiller Miene und gedankenloser Sorgfalt, mechanisch und verträumt, zog er mit der Goldfeder einen schönen, sauberen Doppelstrich quer über das ganze Blatt hinüber, die obere Linie ein wenig stärker als die untere, so, wie er jede Seite seines Rechenheftes verzieren mußte . . . Dann legte er einen Augenblick prüfend den Kopf auf die Seite und wandte sich ab. Nach Tische rief der Senator ihn zu sich und herrschte ihn mit zusammengezogenen Brauen an. „Was ist das. Woher kommt das. Hast du das gethan?“ Er mußte sich einen Augenblick besinnen, ob er es gethan habe, und dann sagte er schüchtern und ängstlich: „Ja.“ „Was heißt das! Was ficht dich an! Antworte! Wie kommst du zu dem Unfug!“  rief der Senator, indem er mit dem leicht zusammengerollten Heft auf Hannos Wange schlug. Und der kleine Johann, zurückweichend, stammelte, indem er mit der Hand nach seiner Wange fuhr: „Ich glaubte . . . ich glaubte . . . es käme nichts mehr . . .“ (Buddenbrooks, 2013, S. 575f.)

 

Hannos Ende

Als Hanno bald nach dem Tod seines Vaters an Typhus erkrankt, zeigt er im Kampf gegen die Krankheit keinen Lebenswillen mehr. Mit seinem Tod endet die männliche Linie des Hauses Buddenbrook. Übrigens: die Frauen leben weiter… aber das galt im 19. Jahrhundert als weniger wichtig. Thomas Mann erzählt den Tod Hannos auf ganz besondere Weise: Er hat in diesem so genannten Typhus-Kapitel die Montage-Technik verwendet, indem er Textteile aus Meyers Konversationslexikon benutzt hat. „Eine Art von höherem Abschreiben“ nennt er das.  
Der Verfall und Untergang der Firma und Familie zeigt sich aber nicht erst bei Hanno, sondern schon früher, z. B. im Streit der beiden Brüder Thomas und Christian oder deren schlechter gesundheitlicher Verfassung. Auch Thomas´ Fehlspekulation beim Kauf einer Getreideernte symbolisiert den Verfall. 
Hanno kann den Ansprüchen seines Vaters von Anfang an nicht genügen und entwickelt stattdessen, wie seine Mutter Gerda, große Begeisterung für die Musik. 
Nach seinem Tod kehrt seine Mutter nach Amsterdam zurück und Tony zieht mit ihrer Tochter und Enkeltochter vor das Burgtor. Damit ist die Familie Buddenbrook endgültig aus dem Stadtbild verschwunden.  

Die Schlüsselliste

Du kennst nun die wichtigsten Protagonisten des Romans. Als das Buch 1901 erschien, erkannten sich einige Lübecker in den Figuren wieder. Schon bald wurden Listen angefertigt, die die fiktiven Figuren im Roman ihren lebenden Vorbildern zuordneten, die sogenannten Schlüssellisten.
Einige der Listen von damals befinden sich heute im Archiv des Buddenbrookhauses. Archivleiterin Britta Dittmann zeigt dir, wie unterschiedlich diese ausgesehen haben.

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