Die LÜBECKER MUSEEN haben wieder geöffnet

Liebe Besucher:innen,

die LÜBECKER MUSEEN haben ihre Türen für Sie geöffnet! Ihnen, liebe Besucher:innen, die sichere Teilhabe an den kulturellen Schätzen der Stadt Lübeck in unseren Museen zu ermöglichen, ist uns ein wichtiges Anliegen. 

Zu Ihrer eigenen Sicherheit erfolgt deshalb eine Kontaktdatenerfassung an der Museumskasse vor Ort. Dafür nutzen wir die Luca-App. Ihre Kontaktdaten können Sie direkt in die App hochladen, oder Sie füllen einfach händisch unseren Kontaktbogen an der Museumskasse aus. 

HIer finden Sie alle weiteren für Ihren Besuch notwendigen Hygiene- und Sicherheitsbedingungen.

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Welchen Preis hat Erfolg?

An dieser letzten Station habt ihr die Möglichkeit herauszufinden, was für ein:e Geschäftmann:frau ihr wärt und welcher Figur der Buddenbrooks ihr darin ähnelt. Außerdem erlangt ihr Einblick in die Vermögensbilanz der Buddenbrooks und könnt euch über die ,,vier Phasen des Verfalls" informieren. Den Abschluss bildet ein wohlmeinender Rat zum Geschäftsleben...

 

Welcher Buddenbrook-Unternehmertypus bin ich?
Welcher Typ bist Du?

Die Buddenbrooks sind nicht nur eine Familie, sondern alle Familienmitglieder sollen auch für die Firma stehen. Doch sie vertreten den Getreidehandel Buddenbrook auf sehr unterschiedliche Weise… Was wäre dir wichtig, wenn du ein Familienunternehmen führen würdest? Finde heraus, welcher Figur der Buddenbrooks du in dieser Hinsicht am ähnlichsten bist. Viel Spaß!

1/5 Glamour-Faktor: Wie wichtig ist dir dein äußeres Erscheinungsbild?
Ich trete immer tadellos und seriös auf. Das Schlimmste wäre doch ein Fleck auf dem Hemd… Meine Toilette (nicht was ihr denkt…so nennt man unter uns feinen Leuten das Ankleiden und Frisieren) ist in der Reihenfolge „von der kalten Douche im Badezimmer bis zum Schluß, wenn das letzte Stäubchen vom Rocke entfernt war und die Bartenden zum letzten Male durch die Brennschere glitten, so fest und unabänderlich geregelt […]“, dass nichts schiefgehen kann.
„Und wenn schon, […] dann auch vornehm, das sage ich dir . . .!“ Das ist mein Motto – und da darf es schon mal eine Rüsche mehr sein. Glanz und Glitter… Ich möchte auffallen in der Stadt. Schließlich sind wir Buddenbrooks doch nicht irgendwer!
Ich reise gern. Da darf auch das Outfit ein bisschen exotisch sein. Was mir gefällt, übernehme ich… Man sagt, nach meinem Aufenthalt in London zum Beispiel hat meine „ganze Erscheinung etwas Englisches angenommen“ – und bei der Hitze in Valparaiso war der Hut das wichtigste Accessoire. Was die Leute darüber denken? Pfff…
Nächste Frage
Du bist ein verantwortungsbewusster, ehrgeiziger und nach Erfolg strebender angehender Geschäftsmann. Du scheinst THOMAS BUDDENBROOK ähnlich zu sein!
Du bist TONY BUDDENBROOK ähnlich. Familie, Tradition und vor allem gesellschaftliches Ansehen empfindest du als sehr wichtig. Du versuchst vorteilhaft zu heiraten, um das Familienunternehmen zu stärken, gerätst aber doch immer wieder an die falschen Männer.
Du bist wie CHRISTIAN BUDDENBROOK. Er ist nicht dafür geschaffen, die Familienfirma zu übernehmen. Stattdessen gefällt ihm das Nachtleben, er besucht den Club und das Theater, wirbt um Frauen, bereist London und Valparaiso und beklagt sich ausführlich über sein Nervenleiden.
Die Vermögensbilanz der Buddenbrooks

Thomas Mann legt Wert auf logische und nachvollziehbare Zusammenhänge in seinem Roman. Deshalb legt er Notizzettel zum Familienstammbaum oder zum Alter der Figuren an. Bei einem Buch über eine Firma und deren Untergang muss auch die Vermögensbilanz stimmig sein. Also berechnet Thomas Mann auf dem folgenden Notizzettel auch, wie das Vermögen der Buddenbrooks schwindet…

Notizzettel mit einer Vermögensbilanz der Familie Buddenbrook Reproduktion, Thomas Mann-Archiv der ETH Zürich

Mitg(ift) Olly                900.00
                                       80.000
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Gotth(old) Erbt.            820.000
                                       100.000
------------------------------------
Haus Mengstr.              720.000
                                       100.000
------------------------------------
Olly Entsch(ädigung)  620.000
                                       25.000
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Verdienst                     595.000
                                      200.000
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Nach dem Tode           795.000
Gotth. Erbe                  100.000
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Olly Erbe                     695.000
                                     267.000
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Kleinrst (?)                 428.000
---------------------------------------
Consulin Mit(gift)     420.000
                                    100.000
..............................................................
                                    520.000

Umschrift

Der Zettel ist überschrieben mit ,,Der alte J.(ohann)". Er beginnt oben mit dem Vermögensstand Johann Buddenbrooks von 900.000 Mark vor den Mitgiften, dem Kauf der Mengstraße und den Erbteilungen. Er endet unten mit der Summe 520.000 Mark. Das ist der Betrag, der Jean Buddenbrook verblieben ist, nachdem seine Schwester (,,Olly") und sein Halbbruder ,,Gotth.(old)" ausbezahlt sowie ein ,,Verdienst" und der ,,Konsululin Mitgift" einberechnet worden sind.

Die vier Phasen des Verfalls

Das Buch "Buddenbrooks" erzählt von vier Generationen der Familie. Mit jeder geht es ein bisschen mehr bergab...

Die Generation Johann und Antoinette Buddenbrook: 

Der Großvater, Johann Buddenbrook, macht seine Geschäfte noch mit Leichtigkeit. In den drei folgenden Generationen wird sich das Geschäftemachen als immer schwerer erweisen: 

Thomas Buddenbrook: „Mein Großvater zum Beispiel ... er kutschierte vierspännig nach Süd-Deutschland, der alte Herr mit seinem Puderkopf und seinen Escarpins, als preußischer Heereslieferant. Und dann charmierte er umher und ließ seine Künste spielen und machte ein unglaubliches Geld, Kistenmaker! – Ach, ich fürchte beinahe, daß der Kaufmann eine immer banalere Existenz wird, mit der Zeit ...“ 

Jean Buddenbrook: „Kurz und gut: Mein seliger Vater hat seinerzeit, vor meiner Schwester Heirat, rund und nett 900.000 Mark Courant besessen, abgesehen, wie sich versteht, von dem Grundbesitz und dem Werte der Firma. [...]“ 

Nach dem Kauf des Hauses in der Mengstraße, Zahlungen an den Onkel Gotthold und die Familie in Frankfurt sowie zahlreichen weiteren Ausgaben berechnet Jean Buddenbrook das verbleibende Familienvermögen auf 520.000 Mark. 

Die Generation Johann (Jean) und Elisabeth (Bethsy) Buddenbrook: 

Bei dem Tod des Konsuls Jean Buddenbrook erbt der Firmennachfolger Thomas Buddenbrook rund 150.000 Mark weniger, als sein Vater damals von dessen Vater übernommen hat – und das ist immer noch mehr, als man erwartet hatte: 

„Die Sache war die, daß des Konsuls hinterlassenes Vermögen beträchtlicher war, als irgend ein Mensch geglaubt hatte. Die Mitgift seiner ältesten Tochter freilich war verloren gegangen, die Einbuße, die die Firma gelegentlich des Bremer Konkurses im Jahre 51 erlitten, war ein schwerer Schlag gewesen. Und auch das Jahr 48 sowie das gegenwärtige Jahr 55 mit ihren Unruhen und Kriegsläuften hatten Verluste gebracht. Aber der Buddenbrooksche Anteil an der Krögerschen Hinterlassenschaft von 400.000 Courantmark hatte, da Justus eine Menge im Voraus verbraucht, volle 300.000 betragen, und obgleich Johann Buddenbrook nach Kaufmannsart beständig geklagt hatte, war den Verlusten doch durch einen etwa fünfzehnjährigen Verdienst von 30.000 Thalern Courant die Wage gehalten worden. Das Vermögen also betrug, abgesehen von jedem Grundbesitz, in runder Zahl 750.000 Mark Courant.“ 

Die Generation Thomas und Gerda Buddenbrook: 

Nach dem Tod von Thomas Buddenbrook schrumpft die Summe des Vermögens noch weiter zusammen. Die Höhe der Verluste wird nun nicht mehr beziffert, es wird nur noch gesagt, dass die Summe von 750.000 Courantmark, die Thomas auf dem Papier besaß, nicht mit der realen Summe übereinstimmt: 

„Kurzum, die Verluste häuften sich. Thomas Buddenbrook hatte auf dem Papiere ein Vermögen von sechsmalhundertundfünfzigtausend Mark hinterlassen; ein Jahr nach der Testamentseröffnung stellte sich heraus, daß mit dieser Summe im Entferntesten nicht zu rechnen war ... Unbestimmte und übertriebene Gerüchte über die ungünstige Liquidation gingen um, und sie wurden genährt durch die Nachricht, daß Gerda Buddenbrook das große Haus zu verkaufen gedenke. Man erzählte sich Wunderdinge über das, was sie dazu nötigte, über das bedenkliche Zusammenschmelzen des Buddenbrookschen Vermögens, und so konnte es geschehen, daß allgemach in der Stadt eine Stimmung Platz zu ergreifen begann, die die verwitwete Senatorin anfangs mit Erstaunen und Befremdung, dann mit wachsendem Unwillen in ihrem Haushalt empfinden mußte ...“ 

Die Generation Hanno Buddenbrook: 

Hanno hinterlässt weder ein Vermögen noch einen Erben. Er stirbt bereits als Jugendlicher und schon zu Lebzeiten hat Hanno Zweifel, ob aus ihm überhaupt je etwas werden könne: 

Hanno: „[...] Seit mein Vater tot ist, haben Herr Stephan Kistenmaker und Pastor Pringsheim es übernommen, mich tagtäglich zu fragen, was ich werden will. Ich weiß es nicht. Ich kann nichts antworten. Ich kann nichts werden. Ich fürchte mich vor dem Ganzen . . . [...] Ich möchte schlafen und nichts mehr wissen. Ich möchte sterben, Kai! . . . Nein, es ist nichts mit mir. Ich kann nichts wollen. Ich will nicht einmal berühmt werden. Ich habe Angst davor, genau, als wäre ein Unrecht dabei! Es kann nichts aus mir werden, sei sicher. Neulich, nach der Konfirmationsstunde hat Pastor Pringsheim zu Jemandem gesagt, man müsse mich aufgeben, ich stammte aus einer verrotteten Familie ...“ 

Ausblick

,,Mein Sohn, sey mit Lust bey den Geschäften am Tage, aber mache nur solche, dass wir bey Nacht ruhig schlafen können." (Buddenbrooks, 2013, S.62)

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