• In Blumenbüschen stehend, mit Brille und Hut in den Händen, sich eine Margerite ansteckend.

Ins Blaue! Natur in der Literatur

Eine Ausstellung des Literaturhauses München

Bis 10.11.2019

Das Buddenbrookhaus präsentiert eine Ausstellung des Literaturhauses München, die sich mit dem Thema Natur in der Literatur beschäftigt. Natur boomt – nicht nur in der Literatur. Je mehr wir uns von der Natur entfremden, desto mehr sehnen wir uns nach ihr. In der Literatur zeigt sich Natur – jenseits von Kitsch und Klischee – als überraschend und verspielt, als unheimlich und verführerisch. Die Natur ist ein jahrtausendealtes Motiv, mit dem die Literatur ein zweites setzt: Was ist der Mensch?

»Hinter der Nebelwand im Gehirn gibt es noch andere Gegenden, die blauer sind, als du denkst.«
 Hans Magnus Enzensberger  »Blauwärts«

2.500 Jahre Weltliteratur über Natur: In den Kunst-Naturräumen entdecken Sie berühmte Texte in neuem Kontext. Von Homer und Pindar über Jean Paul und Hölderlin, Goethe und Stifter zu Franz Kafka und Robert Gernhardt, von Sappho über Bettina Brentano zu Nelly Sachs und Ingeborg Bachmann. Über Bande geht es in die Gegenwart: Zeitgenössische Schriftsteller*innen stellen ihre persönlichen Naturstücke aus.

Ein Kombinations-Spiel mit Texten, Bildern und Räumen, das jede*r anders zusammensetzen kann. Auf ins Grüne oder: ab ins Blaue!

KÜNSTLER*INNEN/AUTOR*INNEN: Benjamin Bühler, Durs Grünbein, Michael Fehr, Arno Geiger, Nora Gomringer, Eva Menasse, Martin Mosebach, Péter Nádas, Marion Poschmann, Teresa Präauer, Christoph Ransmayr, Ilija Trojanow, Jan Wagner, Judith Zander u.a.

Eine Ausstellung des Literaturhauses München gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes








Die nächsten Termine der Ausstellung

FR | 25.10.2019 | 19:30 - 21:00 Uhr
Musik
Aufbrüche XXIV
Abend der Sirenen
Aufbrüche XXIV
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Zum vierundzwanzigsten Konzert ihrer Reihe „Aufbrüche“ begrüßen Sie die Musikhochschule Lübeck (MHL) und das Buddenbrookhaus am Freitag, den 25. Oktober, zu einem besonderen Gastspiel. Ab 19.30 Uhr präsentieren Studierende der Muthesius Kunsthochschule Kiel und des Ensembles Klangrauschen neue Musik und Performance-Kunst Werke von Scholz, Skrylev, Vesselov, Johnson, Toch und Rühm unter der Leitung von Heiko Maschmann.

In der Reihe „Aufbrüche“ erproben Studierende und Dozierende neue Konzertformen. Die MHL bietet damit eine Bühne für experimentierfreudiges Publikum, das Buddenbrookhaus den passenden Konzertort im „Meng 6“, dem vorderen Raum der Mengstraße, wo demnächst der Erweiterungsbau entstehen soll. Karten gibt es für 4 Euro ausschließlich an der Abendkasse.


SO | 03.11.2019 | 15:00 - 16:00 Uhr
Öffentliche Führung
Mit allen Sinnen
Interaktive Führung
Ins Blaue 
Foto:catherina Hess
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Annette Klockmann entführt in die sinnliche Welt der Natur und Poesie und lässt Sie erleben, wie ein Museumsraum auf ungeahnte Weise lebendig wird, wenn – außer in den wunderbaren Texten zur Natur – Fühlen, Riechen und Hören einbezogen werden.

Die vielfältigen Impulse und interaktiven Momente dieser besonderen Ausstellung sind „Öffner“, um Gedanken und Emotionen freien Raum zu geben, Erinnerungsräume zu formen und in assoziativen Austausch zu gehen.
So ist dieses Erleben auch Menschen mit Einschränkungen unmittelbar zugänglich.

Preis: Erwachsene: 11 / Ermäßigte: 7,50 / Kinder: 6,50 €
DO | 07.11.2019 | 19:30 - 21:00 Uhr
Lesung
nature writing
Lesung und Gespräch mit Lola Randl und Andreas Rötzer
nature writing
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„Die Grenze, ob mit oder ohne Einfriedung, ist die der Kultivierung, also die durch Menschenhand auferlegte Struktur und Ordnung, die den Garten von der wilden Natur trennt… Ein Garten ist immer ein Kampf zwischen den eigenen Vorstellungen und äußeren Gegebenheiten.“ (Lola Randl, Der große Garten)

In Lola Randls Roman „Der große Garten“ beginnt eine Frau eine Gartentherapie, legt Beete an und beschreibt große Dinge durch die Beobachtung von Kleinen, geht von Eisheiligen über Stangenbohnen und Spontanvegetation den essentiellen Fragen nach: Liebe, Leben und Tod.
 Man könnte von einem Sehnsuchtsbuch sprechen; man möchte sofort den Büroalltag und die hektische Moderne verlassen und Pastinaken anbauen. Man erfährt, wie das Vorhaben funktionieren würde und worauf zu achten ist, ohne sich dabei zu langweilen.

„Der große Garten“ steht in der Tradition des nature writing, einer Strömung, die auch in der deutschen Gegenwartsliteratur vermehrt an Bedeutung gewinnt. Es geht nicht um reine Natur- oder Landschaftsbeschreibungen, sondern um den Menschen und seinen Blick, seine Interaktion mit der Natur. Eine Kontrasterfahrung zum modernen Leben, eine Grenzerfahrung zwischen kultivierten Naturräumen und Wildheit, also die Frage, ob man Löwenzahn aus dem englischen Rasen verbannt oder sieht, dass er jetzt gerade genau hier wachsen will, ihn vielleicht pflückt und isst.

Lola Randl wird mit ihrem Verleger Andreas Rötzer von Matthes & Seitz Berlin über das Genre nature writing und die Rolle von „Der große Garten“ diskutieren.